KI-gestützte Systematisierung von Altersbildern in zentralen Lebenswelten

KImAge auf dem 34. Forum Alter und Zukunft

Altersbilder im Wandel: KImAge präsentiert sich auf dem 34. Forum Alter und Zukunft

Wie blickt unsere Gesellschaft auf das Älterwerden, den Ruhestand und die Erwerbsbiografie? Antworten darauf gab das 34. Niedersachsen-Forum „Alter und Zukunft“ am 29. September 2026 in Oldenburg. Im Fokus der renommierten Fachtagung der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V. (LVG & AFS) standen moderne Perspektiven auf den demografischen Wandel.

Moderiert von Thomas Altgeld (LVG & AFS), widmete sich die Veranstaltung mit rund 80 Teilnehmenden intensiv der Frage, wie gesellschaftliche Stereotype über das Alter aufgebrochen und neu gedacht werden können. Einen zentralen wissenschaftlichen Impuls setzte Prof. Dr. Verena Klusmann-Weißkopf mit ihrem Vortrag „Altersbilder im Wandel: Gesellschaftliche Sicht aufs Altern und den Ruhestand“.     

Als einer der renommiertesten Alternsforscher Deutschlands eröffnete Prof. Dr. Clemens Tesch-Römer, ehemaliger Direktor des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA), die Veranstaltung. In seinem Vortrag ging er auf Veränderungen in der Renteninanspruchnahme und im freiwilligen Engagement vor dem Hintergrund des historischen gesellschaftlichen Wandels und unterschiedlicher Erwerbsbiografien ein. Anschließend präsentierte die Stadt Oldenburg innovative Formate für Information und Förderung des Engagements von Älteren.

Im Mittelpunkt des Vortrags von Klusmann zur Eröffnung des Nachmittags standen exemplarische Projektergebnisse aus dem laufenden interdisziplinären Forschungsprozess von „KImAge“. Die Auswertung visueller und textlicher Daten mit Unterstützung durch ein Modell Künstlicher Intelligenz aus dem Projekt offenbart unterschiedliche Generationen- und Rollenbilder: Junge Erwachsene verbinden mit dem Ruhestand oft den Wunsch nach Müßiggang, hegen gleichzeitig jedoch die Sorge, im Alter körperlich oder geistig nicht mehr „fit“ zu sein. Ältere Menschen hingegen gestalten die Lebensphase nach dem Berufsleben aktiv als Zeit der Verwirklichung und arbeiten gezielt ihre persönlichen Lebensträume ab.

Anschließend stellte Klusmann hartnäckige Mythen und negative Stereotype auf den Prüfstand und ordnete sie wissenschaftlich ein. Brauchen alten Menschen tatsächlich weniger Schlaf? Mehr alte Menschen = höhere Kosten? Das substantielle unentgeltliche gesellschaftliche Engagement von älteren Menschen müsste mehr Berücksichtigung in den Kostenbilanzen finden, wenn der demografische Wandel beklagt wird.

Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ präsentierte KImAge eine kleine Ausstellung mit freigegebenen Fotografien aus dem Projekt. Hier bot sich für die Besuchenden die Gelegenheit zum direkten Dialog mit Verena Klusmann.

Die Veranstaltung wurde abgerundet durch eine Podiumsdiskussion. Neben Klusmann und Tesch-Römer brachten Rita Giese, verantwortliche Redakteurin und Moderatorin der Radiosendung #MehrÄlterBunter, sowie Dagmar Bunge-Köpping vom Senioren- und Pflegestützpunkt Oldenburg praxisnahe Perspektiven aus Medienarbeit und kommunaler Seniorenberatung ein. Die Veranstaltung verdeutlichte eindrucksvoll, wie wichtig ein differenzierter, faktenbasierter Blick auf das Alter(n) ist – nicht zuletzt, um gesellschaftliche Potenziale im Ruhestand sichtbar zu machen und altersdiskriminierende Mythen abzubauen.


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert